Das blutige Schneiderlein

Ali war ein erfolgreicher Geschäftsmann. Er besaß einen kleinen, schicken Laden mitten in der Stadt. Seine Kundschaft war groß, denn er konnte mit seinen Messern, Rasierern und Schneidutensilien umgehen wie kein Zweiter. Lange hatte er darauf hingearbeitet und jede Menge Arbeit, Mühe und Schweiß in seinen Betrieb gesteckt.

Täglich besuchten ihn unzählige Kunden, mit dem einem Wunsch, dass er für sie schnitt. In der Regel sagten die Kunden nur, dass sie einmal das Übliche wollten. Und er lieferte ab. Er schnitt, säbelte, zupfte, nahm Maß und schnitt erneut. Doch nun wo er am Höhepunkt seiner Karriere stand, grübelte er darüber, was als nächstes kam.

Was tut man, wenn man in seiner Branche alles erreicht hatte? Man könnte sich auf dem Erfolg ausruhen oder man könnte expandieren. Doch weder das Eine noch das Andere schwebte ihm vor.

Verbesserung. Er brauchte die absolut beste Schnittechnik auf Erden und dies war nur möglich mithilfe von Experimenten. Das Problem war nur, dass seine Schnittechnik bereits unglaublich gut war und nur weniger orthodoxe Techniken könnten sie noch verfeinern. Darum kam es für Ali auch nicht infrage Attrappen für sein Vorhaben zu verwenden.

Er besorgte sich alles was er brauchte, beendete seinen Alltag und verabschiedete den letzten zufriedenen Kunden. Langsam schritt er die Treppenstufen in seinen Keller hinab. Dieser war mit weißen Fliesen vollständig ausgeschmückt. Mit einem Surren erleuchteten die weiß strahlenden Energiesparlampen den Raum. Vor ihm in einer metallähnlichen Vorrichtung befand sich sein erstes Opfer.

Aufgespießt mit einer Eisenstange in der Mitte des saftigen Körpers, unfähig sich zu bewegen, wurde es von ihm dreckig und voller Verlangen angegrinst. Ein tiefer Schluck Alkohol half ihm seine Hände zu beruhigen und er ließ den Gelüsten freien Lauf. Er säbelte und rasierte, irgendwann so in Ekstase, dass dicke Fleischbrocken aus dem Körper geschnitten wurden und auf den blutbefleckten Fliesen landeten. Nach beendeter Arbeit, verbrannte er sein Opfer. Niemand durfte je erfahren was an diesem Abend hier unten geschehen war. Was würde man von ihm denken. Ihn packten Zweifel und er schämte sich für das was er im Rausch getan hatte.

Doch zurück beim alltäglichen Schneiden, kam der nicht zu verdrängende Gedanke an weitere Experimente. Er konnte sich nicht mehr zurückhalten und schon bald waren diese dunklen Abendstunden zu seinem täglichen Vergnügen geworden.

Einige Wochen später, im Laden arbeitend, wurde Ali von zwei lokalen Polizisten überrascht. Auf seiner Stirn sammelte sich der Schweiß. Würde es ihnen auffallen? War es ihnen vielleicht gar schon aufgefallen?

Der Mund des älteren Polizisten öffnete sich und er sagte: „Das Übliche.
Ali drehte sich langsam um und sprach in die ihnen entgegengesetzte Richtung: „Zweimal Döner mit Alles und scharf?

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