Life is not fair

Tom war ein wahrlich netter Kerl. Er kümmerte sich um die alte Dame in der Wohnung über ihm, indem er für sie einkaufte oder aufräumte. Die Bewohner der Nachbarschaft mochten Tom, denn er hatte immer ein Lächeln und ein nettes Wort für seine Mitmenschen auf den Lippen.
Eines Tages als Tom nach getaner Arbeit auf seiner Couch entspannen wollte, klingelte es an der Tür. Er wunderte sich, wer das wohl sein könnte und öffnete. Vor ihm stand ein bulliger Polizist, der ihn fragte, wo er gestern Abend gewesen sei. Tom antwortete wahrheitsgemäß, er habe der alten Dame geholfen. Daraufhin schubste der Polizist ihn in die Wohnung und schrie aufgebracht, er habe sie umgebracht.
Tom konnte es nicht fassen, er hatte die alte Dame wie seine eigene Großmutter geliebt. Er wehrte sich und versuchte sich zu rechtfertigen, seine beiden Hunde attackierten den Polizisten, der wie wildgeworden auf ihn einschlug. Dabei brach er einem das Genick und setzte den anderen außer Gefecht.

Das Leben ist nicht fair, dachte sich Tom.

Sein Gerichtsverfahren war ziemlich einseitig. Durch die vielen Fingerabdrücke am Tatort, die entstanden waren, als er der alten Dame half, sprachen für die Ermittler eine deutliche Sprache. Zusätzlich mit der Aussage des verrücktgewordenen Polizisten, musste Tom für viele Jahre ins Gefängnis.

Das Leben ist nicht fair, dachte sich Tom.

In seiner Zelle angekommen, musste er feststellen, dass er mit einem muskelbepackten Riesen seine kleine Wohnfläche die nächsten Jahre würde teilen müssen. Der Riese war ebenfalls ein verurteilter Mörder, doch hatte er ein verdrehten Sinn für Gerechtigkeit, denn alte Damen waren für ihn engelsgleich. Zu allem Überfluss wurde Tom auch noch von dem Polizisten besucht, der ihm das alles hatte eingebrockt. Dieser erzählte ihm, durch den Angriff seines Hundes auf einen Beamten würde dieser eingeschläfert werden und grinste dabei dreckig.

Das Leben ist nicht fair, dachte sich Tom.

Nach abgesessener Strafe und vielen, vielen schmerzhaften Stunden voll Trauer im Gefängnis, konnte Tom endlich wieder in die freie Welt hinaus. Ein Ex-Gefangener und vermeintlicher Mörder jedoch, hatte leider keine Möglichkeit ein erfülltes Leben führen zu können. Zu allem Überfluss las er am Tag seiner Entlassung in der Zeitung, der Polizist, der ihn verhaftet hatte war befördert worden und nun der Vorsitzende der lokalen Wache.

Das Leben ist nicht fair, dachte sich Tom.

Entmutigt von seinem bisherigen Dasein, schenkte ihn lediglich sein neuer Welpe Hoffnung. Trotz des schönen Wetters im Park und der ureigenen Freude eines jungen Hundes, konnte Tom die Situation nicht genießen. Er setzte sich auf eine Bank am Rande eines kleinen Teichs und beobachtete den Sonnenuntergang. Zufälligerweise erspähte er auf der anderen Seite des Teichs den Polizisten und nun Vorsitzenden der Wache, in ziviler Kleidung. Plötzlich rannte ein Mann auf diesen zu, schlug ihn und im Eifer des Gefechts feuerte er die Waffe ab, die er zuvor unter seiner Jacke verborgen hatte. Am nächsten Morgen in der Zeitung erfuhr Tom, dass der Angreifer der eigentliche Mörder der alten Dame gewesen war.

Ist das Leben nicht fair?

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