//Part 5: Überfall//

Die donnernden Hufe schreckten Dubium aus dem Schlaf. Vera war bereits an seiner Schlafstätte und befahl ihm sich zu verstecken. Er begrub sich so unter den Decken, dass er durch einen Spalt die Tür im Blick hatte. Es wurde heftig an die Tür gehämmert und bevor Vera diese erreichte, krachte sie mit einem ohrenbetäubenden Kreischen aus den Angeln. Dahinter standen ein Dutzend schwarzhäutiger Menschen in Reih und Glied, sowie der Zweite, den man durch seine schwarz-rote Robe selbst in der Dunkelheit erkannte. Sie hatten ihn gefunden!
Dubium wurde heiß und kalt gleichzeitig. Vera jedoch, verspürte offensichtlich keine Angst und rief erbost:
„Was wollt ihr hier und wieso zur Hölle tretet ihr meine Tür ein, ihr Halunken!“
Der Zweite schien wenig beeindruckt und fragte lediglich kühl:
„Wo ist er?“
Demonstrativ streckte er den Schädel durch die Öffnung, wo sich noch kurz zuvor die Tür befunden hatte, und schaute sich um.
„Wir wissen, dass er hier ist.“
Dubium konnte die Anspannung an Veras Körper sehen, trotzdem blaffte sie den Zweiten an
„Ich weiß nicht wovon du redest, mach, dass du wegkommst!“
Nun wurde der Zweite endgültig wütend und schnaubte hörbar durch die Atemlöcher der eisernen Maske:
„Nun gut. Dein Leben werde ich mir trotzdem nehmen. So respektlos geht man nicht mit dem Zweiten der Firma um.“
Er senkte seine Stimme und flüsterte kaum hörbar:
„Oder wirst du sie retten, Makel?“
Er schlug unvermittelt zu. Dubium jedoch, war im selben Moment aufgesprungen und fing die heran sausende Faust knapp vor Veras Gesicht ab.
„Ah! Wer ist denn da!“
schrie der Zweite aufgeregt
„Ergreift ihn, Produkte, ergreift ihn! Ach ja, und tötet die Frau.“
Die schwarzhäutigen Krieger um ihn herum stapften auf Dubium zu, spannten die Muskeln und schlugen die Fäuste in euphorisierendem Rhythmus aufeinander.
Dubium machte sich bereit, niemals würde er zulassen, dass sie Vera etwas antun. Er setzte zum Sprung an und schlug seine Faust dem vordersten Krieger ins Gesicht. Trotz brechendem Knorpel und den damit verbundenen, enormen Schmerzen, hob der Getroffene ohne auch nur einen Laut von sich zu geben ebenfalls die Faust und rammte sie ihm in die Seite. Sein Brustkorb hielt stand und er wurde erneut erfüllt von diesem erfüllenden, kraftgebenden Prickeln. Er fühlte sich mächtiger als je zuvor und schrie grimmig:
„Ihr kriegt mich nie, genauso wenig wie Vera!“
Damit rannte er, erfüllt von neuer Kraft, aus der Hütte auf die Lichtung und nahm gleich drei Krieger gleichzeitig auf dem Weg mit, welche er an einer alten Eiche mit seinem Arm wortwörtlich pfählte. Er zog sein, zu einer Waffe gewordenes, Körperteil aus den Kadavern und drehte sich zu den verbliebenen Kriegern. Diese kreisten ihn ein und kamen langsam näher, um ihn wie ein Tier zur Strecke zu bringen.
„Fang!“
rief Vera und warf ihm ein blau-schimmerndes Schwert zu
„Sie werden nicht standhalten können!“
Er schwang das Schwert in Hüfthöhe und teilte die restlichen Angreifer in zwei Hälften. Die Leichenteile zuckten zwar noch kurz , verharrten letztendlich vollends. Plötzlich brach das Kribbeln ab und er vernahm einen krächzenden Schrei.
„Drache!“
Der Zweite hatte Drache an den Flügeln gepackt und mit einem dicken Seil gefesselt.
„Dadurch warst du also so mächtig, Makel! Ein heilender Drache, dass ich das noch erleben darf. Nun denn, vernichtet ihn!“
Mit dem Befehl erhoben sich die eben noch aufgespießten Krieger und schlugen rücksichtslos auf Dubium ein. Zwar konnte er einige Schläge parieren, doch sobald seine Deckung durchbrochen war, gab es kein Entkommen mehr.
Das war es also. Kurz hat die Freiheit angedauert.
Er schloss die Augen und verabschiedete sich von dem so kurz währenden, neugewonnenen Leben, als er überraschend die Schreie der Angreifer vernahm.
Wie war das möglich? Sie kennen keinen Schmerz!
Als er die Augen öffnete, sah er Vera neben ihm flammenumwogt stehend. Die Angreifer zogen sich zurück und die Welt verdunkelte sich.
Als er zu sich kam, befand er sich neben Vera auf einer dünnen Matte mitten im Wald.
„Was ist passiert? Wo ist Drache?“
fragte er, obwohl er die Antwort bereits kannte.
„Wir müssen ihn retten!“
Erst jetzt fiel ihm auf wie angeschlagen Vera aussah. Sie musste viel Kraft verbraucht haben, um ihnen die Flucht zu ermöglichen. Er nahm sie in den Arm und spürte ihren warmen Körper. Sie schluchzte:
„Ich konnte nichts tun, es tut mir so leid“
Ihre Trauer verstärkte die Seinige und er wiederholte flüsternd:
„Wir müssen ihn retten.“

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