//Zerstörung, Regeneration, Zerstörung//

Prolog

Es herrschte eine beängstigende Stille, wenn man bedenkt, dass just in diesem Moment dutzende von Babys die Knochen gebrochen wurden. Einzig das Knacken hallte von den metallenen Wänden wider. Die Luft war stickig und der, sich über alles hinwegsetzende, Geruch war eine Mischung aus Blut , Schweiß und Exkrementen.
Die Kinder waren allesamt nebeneinander in steinernen, sargähnlichen Wiegen aufgereiht. Vor ihnen stand jeweils ein, in schwarze Roben, gekleideter Mann, mit einer eisernen Maske und dem hervorstechenden Logo der Firma: ein schwarzer Kopf eines Babys, fest umschlungen von einem blutroten Band.
Im einheitlichen Takt schlugen die Männer mit ihren Hämmern gezielt auf bestimmte Stellen der Kinder.
In den Augen Ebendieser sah man nicht, die eines Kindes übliche, Euphorie, sondern ausdruckslose, schwarze Kugeln, welche nicht auch nur den Hauch eines Lebenswillens erahnen ließen.
Ein metallisches Klirren ermahnte die Männer in schwarz, ihre Hämmer gegen Skalpelle einzutauschen und die Muskeln aufzuschlitzen. Die Schwierigkeit bestand darin, die Kinder nicht zu töten, sondern zu stärken. Leider klappte dies nicht immer, weshalb sich in der Ecke der Halle eine große Tonne befand, in der man die fehlgeschlagenen Projekte entsorgen konnte.
Wenn die körperliche Bearbeitung abgeschlossen war, wurden die Kinder zu einem „Lehrer“ gebracht.
Dieser erklärte ihnen nicht nur die vermeintliche Welt, sondern ebenso ihre Aufgaben im Leben. Gehorchten sie nicht, half er regelmäßig mit ein wenig Gewalt nach. Mit Hilfe von gezielten Elektroschocktherapien, stellte man die Festigung des Gelehrten sicher. Bedauerlicherweise löste dies nicht selten Wahnsinn bei den Kindern aus.
Am Ende des Tages lauschte man der Rede des Leiters, welche hauptsächlich aus den verschiedenen Dogmen der Firma bestand. Das wichtigste dieser Dogmen lautete:

„Durch Zerstörung erwächst Kraft, ohne Zerstörung keine Regeneration“

Abgerundet wurde das Ganze durch die Frage: „Was brauch man also um sich zu verbessern?“
Und die Menge schrie euphorisch: „Zerstörung!“
Die jungen Kinder jedoch blickten wie zuvor, des Lebens bereits müde, ausdruckslos in die Ferne. Lediglich eines versprühte einen Hauch von Widerstand und trotz des geschunden Körpers und des manipulierten Geistes, lächelte es.

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