Zwei Seiten des Glücks

Die Sonnenstrahlen fielen durch das Fenster und bündelten sich auf seiner Nase, sodass er durch wohlige Wärme in den Tag geführt wurde. Sein Name war Riko. Riko wohnte in einer kleinen Wohnung am Rande der Stadt. Er hörte fröhliche Stimmen und schaute auf die Straße. Kinder spielten mit Bällen, Reifen und allerlei anderen sportlichen oder unterhaltsamen Geräten. Sie lachten, strahlten und schienen großen Spaß zu haben.

Riko war lange nicht mehr außerhalb seiner Wohnung gewesen. Er wusste nicht, ob er dies gut oder schlecht finden sollte. Sich daran erinnern, wann er jedoch das letzte Mal Spaß gehabt hatte, konnte er nicht.

Plötzlich ein Schrei. Der Blick aus dem Fenster offenbarte die Situation: ein Ball der Kinder rollte den Weg hinunter und gewann konstant an Geschwindigkeit, bis er geschossartig einer älteren Dame die Gehhilfe aus den klapprigen Händen katapultierte.

Riko verließ das Haus und machte sich mit schnellen Schritten auf ,in Richtung der in Schwierigkeiten geratenen älteren Dame. Er kümmerte sich um sie und ihre Gehhilfe, weshalb er von ihr als Belohnung das Versprechen bekam, niemals wieder Filme kaufen zu müssen und erhielt ihre Netflix Zugangsdaten.

Da er nun schon, mehr oder weniger freiwillig, die Wohnung verlassen hatte, machte er sich auf den Weg zum Laden. Aus der Ferne ertönte eine fröhliche Melodie, die Sonne wärmte seine Haut. Im Laden angekommen kaufte er sich ein Aktions-Sixpack, welches die Möglichkeit auf unbegrenztes Freibier bis zum Tode (oder Leberversagen, je nachdem was zuerst eintritt) versprach. Er überprüfte den Code und gewann. Die Mitarbeiter im Laden applaudierten, gratulierten und herumstehende Kunden schüttelten seine Hand, als gäbe es kein Morgen. Freibier scheint einen Menschen durchaus beliebt zu machen.

Auf dem Rückweg, nicht weit von seinem Heim entfernt, erblickte er sie. Es musste sich um die schönste Frau handeln, die er je gesehen hatte. Ermutigt durch seine heutige Glückssträhne lud er sie auf ein Essen ein. Sie nahm die Einladung, passend zu seinem heutigen Tage, an und Riko führte sie in das kleine Restaurant um die Ecke. Als sie dieses betraten, fielen Luftballons aus der Decke und Konfetti rieselte auf sie herab. Überschwänglich wurde er vom Besitzer des Restaurants begrüßt und man erklärte ihm, dass er als Jubiläumsbesucher Essensverpflegung bis an sein Lebensende gewonnen hatte.
Nach dem Essen verbrachten die Beiden eine schöne Zeit, bis sie schließlich dem Sonnenuntergang entgegen schlenderten und den Moment unendlich werden ließen. Sie gingen in Rikos Wohnung und legten sich ins Bett.

Riko zog Bilanz und war überzeugt, heute den schönsten Tag aller Zeiten erlebt zu haben.
Denn nachdem was er heute erlebt hatte, musste er glücklicherweise nie wieder das Haus verlassen.

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